Wärmepumpe im Altbau: So funktioniert sie, das kostet der Strom

Kaum eine Heiztechnik wird so heiß diskutiert wie die Wärmepumpe – und kaum eine ist mit so vielen Halbwahrheiten belegt. „Funktioniert nur im Neubau", „frisst Strom", „wird im Winter nicht warm": Diese drei Sätze hört man immer wieder. Alle drei sind in dieser Pauschalität falsch. Dieser Ratgeber erklärt, wie eine Wärmepumpe wirklich arbeitet, wie viel Strom sie tatsächlich zieht und worauf es speziell im Altbau ankommt.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht durch Verbrennung, sondern verschiebt sie. Das Prinzip kennen Sie aus dem Kühlschrank – nur umgekehrt: Statt Wärme aus dem Inneren nach außen zu transportieren, holt die Wärmepumpe Wärme von draußen ins Haus.

Dafür nutzt sie einen Kältemittelkreislauf in vier Schritten:

  1. Verdampfen: Ein Kältemittel nimmt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser auf und verdampft dabei – das geschieht schon bei sehr niedrigen Temperaturen.
  2. Verdichten: Ein elektrisch betriebener Verdichter komprimiert den Dampf. Durch den Druck steigt die Temperatur stark an.
  3. Verflüssigen: Die nun heiße Energie wird über einen Wärmetauscher an Ihr Heizsystem abgegeben. Das Kältemittel wird wieder flüssig.
  4. Entspannen: Ein Expansionsventil senkt den Druck, der Kreislauf beginnt von vorn.

Der entscheidende Punkt: Für rund eine Kilowattstunde Strom liefert eine gute Wärmepumpe drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Dieses Verhältnis heißt Jahresarbeitszahl (JAZ). Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus einem Teil Strom werden vier Teile Wärme. Deshalb ist eine Wärmepumpe trotz Strombetrieb so effizient.

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau?

Ja – und zwar deutlich häufiger, als der Ruf vermuten lässt. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur, mit der Ihr Heizsystem arbeitet. Je niedriger diese ist, desto effizienter läuft die Wärmepumpe.

  • Ideal sind Flächenheizungen wie eine Fußbodenheizung, die mit 35 °C auskommen.
  • Aber auch klassische Heizkörper funktionieren, wenn sie ausreichend groß dimensioniert sind. Oft reicht es, einzelne unterdimensionierte Heizkörper gegen größere oder gegen spezielle Niedertemperatur-Heizkörper zu tauschen.

Vor dem Einbau lohnt sich ein Heizlast-Check: Ein Fachbetrieb prüft, welche Vorlauftemperatur Ihr Haus an einem kalten Tag wirklich braucht. Häufig ist der reale Wert niedriger als gedacht – besonders, wenn zwischenzeitlich Fenster oder Dach saniert wurden. Erst wenn selbst nach kleineren Anpassungen dauerhaft sehr hohe Vorlauftemperaturen nötig wären, wird es kritisch. Für die große Mehrheit der Bestandsgebäude ist die Wärmepumpe eine realistische Option.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?

Das ist die Frage, die am meisten bewegt – und die pauschal nicht zu beantworten ist. Der Verbrauch hängt an drei Größen: Heizbedarf des Hauses, Effizienz der Anlage (JAZ) und Ihrem Heizverhalten.

Eine grobe Orientierung für ein durchschnittliches Einfamilienhaus:

  • Jährlicher Wärmebedarf: rund 12.000 kWh
  • Bei einer JAZ von 3,5 ergibt sich ein Stromverbrauch von etwa 3.400 kWh pro Jahr für die Heizung.

Je besser die JAZ und je niedriger die Vorlauftemperatur, desto weniger Strom. Und genau hier liegt der größte Hebel, den viele übersehen: die Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage. Wer den Wärmepumpen-Strom teilweise selbst vom Dach erzeugt, entkoppelt seine Heizkosten spürbar vom Strompreis. Dazu weiter unten mehr.

Läuft eine Wärmepumpe auch im Winter?

Ja. Moderne Luft-Wärmepumpen arbeiten zuverlässig bis etwa −20 °C – Temperaturen, die in Norddeutschland ohnehin selten erreicht werden. An den kältesten Tagen sinkt die Effizienz zwar, weil die Temperaturdifferenz zur Außenluft größer wird, aber die Anlage fällt nicht aus. Für seltene Extremspitzen besitzen viele Geräte einen kleinen elektrischen Heizstab als Reserve.

Wichtig ist die richtige Auslegung: Eine korrekt dimensionierte Wärmepumpe schafft die Wintertage ohne dauerhaftes Zuheizen. Eine zu klein geplante Anlage hingegen greift zu oft auf den Heizstab zurück – und der treibt den Stromverbrauch nach oben. Auch das ist ein Grund, die Planung in erfahrene Hände zu geben.

Wie laut ist eine Wärmepumpe?

Der Außenteil einer modernen Luft-Wärmepumpe erreicht im Betrieb typischerweise Werte, die in einigen Metern Abstand mit einem ruhigen Gespräch vergleichbar sind. Entscheidend ist der Aufstellort: Mit ausreichendem Abstand zu Schlafzimmerfenstern und Nachbargrenzen sowie einer schwingungsentkoppelten Montage ist die Geräuschentwicklung in der Praxis unkritisch. Seriöse Planer berücksichtigen die Schallwerte des jeweiligen Geräts von Anfang an.

Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Eine gut gewartete Wärmepumpe erreicht üblicherweise eine Lebensdauer von etwa 15 bis 20 Jahren – vergleichbar mit einer Gas- oder Ölheizung. Regelmäßige Wartung, saubere Filter und eine fachgerechte Erstinstallation sind die wichtigsten Faktoren für eine lange Laufzeit.

Der TRIOSUN-Ansatz: Wärmepumpe plus Photovoltaik

Als PV-Spezialist aus Bremen denken wir Wärmepumpe und Solaranlage konsequent zusammen. Denn der Strom, der die Wärmepumpe antreibt, muss nicht komplett aus dem Netz kommen. Eine Photovoltaikanlage – idealerweise mit Speicher – deckt einen erheblichen Teil des Heizstroms aus eigener Erzeugung. Das senkt die laufenden Kosten und macht Sie unabhängiger von Strompreisschwankungen.

Kurz gesagt: Die Wärmepumpe ist keine Frage von „Neubau ja, Altbau nein". Sie ist eine Frage der richtigen Auslegung – und der klugen Kombination mit dem eigenen Dach.

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